21.05.2006
Schicksal entführter iranischer Diplomaten weiter unklar

Unklarheit herrscht weiterhin über das Schicksal von vier iranischen Staatsbürgern, die 1982 vom christlichen Milizenführer Samir Geagea im Libanon entführt wurden - Irans Regierung erklärte heute, man gehe weiterhin davon aus, dass die vier sich in israelischer Gefangenschaft befinden. Am Donnerstag hatte Geagea in einem Interview mit AFP erklärt, die vier Männer, unter ihnen drei Diplomaten, seien bereits vor über 20 Jahren in der Gefangenschaft ums Leben gekommen.

Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Hamid Reza Asefi, sagte heute vor Journalisten: "Wir gehen davon aus, dass alle am Leben sind, bis wir den Beweis haben, dass sie zu Märtyrern geworden sind. Sie leben und werden vom zionistischen Regime gefangen gehalten. Dafür wird sich das zionistische Regime verantworten müssen."

Die drei iranischen Diplomaten, Mohsen Mousavi, Ahmad Motevaselian, Taqi Rastegarmoghaddam, sowie eine Fotograph der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA, Kazem Akhavan, wurden während des libaneischen Bürgerkriegs im Norden des Zedernstaats von Milizionären der Lebanese Forces gefangen genommen. Unklar ist, ob diese die Iraner anschließend an ihren damaligen Verbündeten Israel übergeben haben.

Im AFP-Interview erklärte Samir Geagea, der erst am 26.Juli 2005 aus dem Gefängnis entlassen wurde, sowohl libanesische als auch iranische Behörden hätten "belastbare Informationen" über die Stelle, an der die vier Männer begraben liegen. "Es gab Ermittlungen durch das libanesische Verteidigungsministerium in den frühern 1990ern."

Das Schicksal der Entführungsopfer hat bei Geheimverhandlungen zwischen Israel und der vom Iran unterstützten Hizbollah mehrfach eine Rolle gespielt. Auch Israel fordert endlich Klarheit über des Schicksal von Ron Arad, einem israelischen Luftwaffenpiloten, der 1986 über dem Südlibanon abgeschossen wurde. Israel beschuldigt die Hisbollah, Arad an den Iran ausgeliefert zu haben, was von Teheran vehement bestritten wird. Die Hizbollah erklärt, Arad niemals gefangen gehalten zu haben.