03.05.2006
Arabischer oder Persischer Golf - Neuer Streit zwischen Qatar und Iran

Ein alter Streit ist in dieser Woche wieder aufgeflammt - Irans Präsident Mahmud Ahmadinejad und Qatars Emir Sheikh Hamad streiten sich öffentlich über den Namen des Meeres zwischen ihren Staaten. Bei Geographen und in westlichen Atlanten ist das Gewässer als Persischer Golf bekannt - die Araber ziehen es vor, das Meer "Khaleej al-Arab", also Arabischen Golf zu nennen.

Bei der Empfangszeremonie für den Herrscher Qatars, Sheik Hamad bin Khalifa al-Thani, wurden die Zwistigkeiten über die korrekte Bezeichnung einmal mehr öffentlich, so das staatliche iranische Radio. Der Emir soll demnach als höflicher Gast erklärt haben, er hoffe das iranische Nationalteam werde der gesamten "Arabisch-Persischen-Golfregion" während der Fussball-Weltmeisterschaft in Deutschland Stolz bringen. Daraufhin soll Ahmedinejad geantwortet haben.: "Ich glaube sie haben es an der Schule als `Persischer Golf´kennengelernt."
Um die Spannung aus dem Gespräch zu nehmen habe Hamad daraufhin erklärt, "der Golf gehört allen Anrainerstaaten."

Die schnelle Replik Ahmadinejads unterstreicht die Bemühungen Teherans, die Bezeichnung "Persischer Golf" vor jenen zu schützen, die sich für den Namen "Arabischer Golf" starkmachen. Als 2004 der Atlas des "National Geographic" sich erdreistete neben die althergebrachte Bezeichnung "Persischer Golf" den Namen "Arabischer Golf" in Klammern zu setzen, war die Bestürzung in iranischen Regierungskreisen groß. Die Atlas-Ausgabe wurde verboten und Mitarbeitern des National Geographic die Einreise in den Iran verweigert.

Historisch ist das Gewässer als Persischer Golf bekannt, doch pan-arabische Nationalisten wie Gamal Abdel Nasser oder auch später Saddam Hussein forderten eine Umbenennung in "Arabischer Golf". Der Iran droht derzeit mit einem Boykott der Asien-Spiele in diesem Jahr, sollte das Gastgeberland Qatar weiterhin mit der Bezeichnung "Arabischer Golf" werben.